GÜNTER "GYNNA" ZEMLA




Gynna

Die Stimme von Thunder & Lightning





Wirtschaftswunderjahrgang 55, von daher total verwöhnt.

Mit 15 kriegte ich die erste "Walthari Mittenwald" Wanderklampfe (Nylonsaiten) geschenkt. Das war nach meinem damaligen Musikgeschmack, zur Hochzeit von Deep Purple und Jethro Tull. Bis dahin mussten erstmal die Stones herhalten, ein bisschen später dann Steppenwolf ("Magic Carpet Ride", wow!). Die Nylonsaiten mussten dann einem Satz Stahlsaiten weichen und es musste ein alter Tonabnehmer in die Klampfe rein. Dann schenkte mir ein versprengter Schulfreund zum Geburtstag Graham Bonney "Siebenmeilenstiefel" (ich kriegte das kalte Kotzen und verstand die Welt nicht mehr). Passte doch alles nicht in meine aufmüpfige Musikwelt, die ich krampfhaft versuchte, per Vinyl soundmäßig zu erobern. The Beatles war seinerzeit das äußerst Zumutbare. Dann doch lieber The Who "My Generation". Die Scheiben klingen heute wie alte Schelllackscheiben, total verkratzt. Schließlich wollte ich doch nur die Akkorde und die Songtexte meiner Lieblingsinterpreten richtig raushören. Dass das heute via Internet und Digitaltechnik so einfach zu regeln ist, konnte ja in den 70ern keiner ahnen.

ACHTUNG! An dieser Stelle mal ein Sonderlob an meine damalige Lieblings-Tanztee-Band "Jet Black" von irgendwo vom linken Niederrhein. Die sind, glaube ich, heute immer noch unterwegs und hatten zur damaligen Zeit wirklich alle Akkorde und uns als abtanzende Teenager in Osterath's Realschulaula voll im Griff.

1972 trat ich dann, durch einen Schulfreund umworben, in meine erste eigene Band mit dem klangvollen Kunstnamen „Dama Rezeep“ (Dameo, Manti, Reppi, Zemi, Eppa) in Kempen ein. Nun, die Schule war irgendwann beendet und die Schülerband löste sich, ähnlich dem Songtext von Bryan Adams' "Summer of 69" ... "Jimi quit, Jody got married. Shoulda known, we'd never get far!", ausbildungstechnisch und auch sonstwie einfach auf.

Die Anfang 80er Jahre erlebten mich als protestierenden R'n'B-Sänger und Bassmann im Düsseldorfer Trio „Broomstick Dusters“ mit selbstproduzierter LP „Gettin’ clean“, die heute noch für 18 EUR irgendwo im Internet unter "Krautrock" oder "Rare Albums" gebraucht zu kaufen ist ( ich selbst habe noch 11 absolut "mint" Exemplare im Schrank stehen). Teils eigene englische Kompositionen (in braven deutschen Versmaßen) brachten uns aber nicht allzu weit.

Ab Januar 1984 wechselte ich sprunghaft in die damalige BritPop-Szene. Wollte zusammen mit meinem damaligen Drummer berühmt werden und dachte, ein englischer Gitarrist mit viel Charisma könnte mir dabei behilflich sein. OK, der krönende Abschluss fand dann am 12. September 1984 in der Philipshalle in Düsseldorf statt, als wir vor 3500 Besuchern Joe Cocker's "Civilized Man"-Tour supporteten. Der Mann war zwar immer noch nicht ganz civilized, dafür aber echt spitze. Bodo Staiger (Rheingold) hatte wohl viel Mitleid für unser soundmäßiges Debakel aber er durfte halt nicht ans Mischpult. Nach weiteren 2 Jahren musste ich dann doch wieder arbeiten gehen. Heute bin ich dem Himmel dankbar dafür, dass es damals nicht geklappt hatte.

Nach 16 Jahren musikalischer Abstinenz fragte mich meiner Nachbar Rolf Johne, ob ich "Sexy" singen könnte. Dies schlug meinem aufmüpfigen Musikerdasein die Beine unterm Hintern weg. Ich zierte mich zunächst, konnte mich aber dem inneren Druck, egal wie und welche Musik zu machen, Hauptsache es macht Spaß, nicht lange erwehren.

So begann meine höchst "erfröhliche" Karriere im Jahre 2001 bei THAL-ROCK mit einem Konzert am 3.11. im "Nassenkamp", was zu damaliger Zeit (oder zumindest kurz davor noch) in etwa dem Ruf und Status des alten "Okie Dokie" in Neuss von 1980 (unterm Bahndamm) gleichkam. Da traten echte Größen auf. Und heute? "Nassenkamp" ade! "Okie Dokie" in Neuss ade und nur noch eine billige Kopie von dem was mal war.

Und genau das sind wir ... na und? Hauptsache es fetzt ... and nothing else matters ... original werden wir erst aufm Gestell.